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Der Rivaner:
Die weiße Rebsorte Müller-Thurgau, heute aus Marketinggründen auch Rivaner genannt, wurde 1882 von dem Schweizer Rebforscher Prof. Hermann Müller (* 1850 - 1927) an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Müller selber war sich jedoch nicht ganz sicher, welche Eltern-Rebsorten tatsächlich von ihm verwendet wurden. Deswegen gab es auch von Anfang an Zweifel. Versuche, die Züchtung nachzuvollziehen, scheiterten. Lange Zeit ging man davon aus, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling mit sich selbst handele. 1998 konnte in der Klosterneuburger Weinbauschule i mit Hilfe gendiagnostischer Verfahren Silvaner als Kreuzungspartner ausgeschlossen werden. Das Ergebnis liess auf Chasselas als Kreuzungspartner (Vater-Kandidat) schliessen. Wissenschaftler der Deutschen Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Siebeldingen/Pfalz konnten vor einigen Jahren mit neuen, erweiterten gendiagnostischen Möglichkeiten die Herkunft der Müller-Thurgau-Rebe noch genauer bestimmen: Sie definierten die Rebsorte Madeleine Royal als Vater. Madeleine Royal ist eine Züchtung aus dem Formenkreis des Chasselas (Gutedel)
Die Sorte stellt an Klima und Bodenbeschaffenheit relativ geringe Ansprüche. Die Reben reifen früh und bringen große Ertragsmengen. Die Sorte Müller-Thurgau ist aufgrund ihrer geringen Säure mild, doch elegant und fruchtig. Die Weine sollen noch relativ jung getrunken werden, mit wenigen Ausnahmen werden sie durch die Lagerung nicht besser.
Trocken und halbtrocken ausgebaut wird die Sorte heute sehr häufig als "Rivaner" bezeichnet, nach den ursprünglich vermuteten Elternreben Riesling und Silvaner. Der Grund: Obwohl sich aus Müller-Thurgau durchaus hochklassige Weine keltern lassen, hat die Traube mittlerweile beim Publikum einen sehr schlechten Ruf, weil sie aufgrund des erzielbaren hohen Ertrags allzu oft für minderwertige Massenweine missbraucht wurde. |
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